Idrissa

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Da war die Welt noch in Ordnung: Idrissa, damals 14, mit seiner inzwischen verstorbenen Großmutter

Da war die Welt noch in Ordnung

Vor neun Jahren ging es Idrissa noch relativ gut – er hatte nur eine leichte Sehschwäche, eine Brille brauchte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

WAS IST KERATOKONUS?

Die Augenkrankheit Keratokonus begann bei Idrissa bereits im Teenageralter. Keratokonus ist eine Augenkrankheit, bei der sich die Hornhaut sich zunehmend ausdünnt und kegelförmig nach vorne wölbt. Die Sehschärfe wird immer schlechter, die Betroffenen leiden unter fortschreitender Kurzsichtigkeit und erblinden schließlich.

Zunächst vermutete man bei Idrissa eine ganz „einfache“ Kurzsichtigkeit und er erhielt eine Brille.

Doch der Erfolg dauerte nur kurz an. In den darauffolgenden Jahren musste Idrissa immer häufiger einem Augenarzt vorgestellt werden, weitere Brillengläser mit immer höheren Dioptrien-Einheiten gekauft werden. Am Ende des Jahres 2014 erhielt Idrissa die verheerende Diagnose Keratokonus.

WARUM EINE OP IN DEUTSCHLAND? DIE FOLGEN EINER NICHTBEHANDLUNG:

Obwohl Idrissa in Niamey, der Hauptstadt vom Niger, lebt, sind die hygienischen Verhältnisse dort katastrophal. Niger zählt in der Rangliste mit dem Platz 6 als eines der ärmsten Länder der Welt. Ein funktionierendes Gesundheitssystem, wie wir es kennen, gibt es nicht. Die medizinische Versorgung muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Die meisten Operationen sind ohnehin nicht durchführbar, da es an einer ausreichenden medizinischen Ausstattung fehlt.

Zudem gibt es keine sozialen Einrichtungen für Behinderte oder eine Sozialhilfe. Für gehandicapte Menschen wie Idrissa bedeutet ihre Behinderung das soziale Aus. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich ihren Lebensunterhalt zu erbetteln.

Mit einer Hornhauttransplantation in Deutschland hätte Idrissa nicht nur die Möglichkeit, seine Schule erfolgreich zu beenden, sondern auch seinen Lebensunterhalt durch ein Studium und einer sich anschließenden Berufstätigkeit zu bestreiten.