So lebt Idrissa – Alltag im Niger

So lebt Idrissa – Alltag im Niger

idrissa3Idrissa und seine Familie leben in einem Haus aus Stein. Sein Großvater hatte insgesamt vier Frauen. Als der Großvater starb, erbten die Ehefrauen mit ihren Familien das Haus. So leben auf 150 qm 40 Menschen, Ehefrauen, Kinder und Enkelkinder. Fließend Wasser gibt es nicht, es wird draußen von einem Brunnen geholt. Auch eine Kochstelle befindet sich außerhalb des Hauses, genauso wie eine „Toilette“.
Geschlafen wird auf der Erde, da es keine Betten oder gar Möbel gibt.
Auch wenn das Haus in unseren Augen eher einem Lagerraum ähnelt oder einer Garage, kann sich Idrissas Familie glücklich schätzen, da sie immerhin eine Unterkunft hat.

idrissa1Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. Eine medizinische Versorgung, wie wir sie kennen, gibt es nicht. Wird ein Familienmitglied krank, wird zumeist ein Heiler oder eine Heilerin gerufen, da ein Arzt praktisch unbezahlbar ist. Auch Medikamente müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

In den letzten 20 Jahren konnte Mariam ihren Sohn Idrissa und seinen Bruder Faizeh nur zweimal besuchen, da auch für sie eine Reise schwer zu finanzieren ist, zumal sie alles Geld, welches sie erübrigen kann, in die Schulausbildung ihrer Söhne Idrissa und Faizeh investiert. 2015 flog Mariam mit rezeptfreien Medikamenten wie Paracetamol, Aspirin und Präparaten gegen Magen-und Darmerkrankungen in den Niger, denn diese sind im Niger sehr teuer.

idrissa2Viele Menschen, insbesondere Kinder, sterben an einfachen Infektionen, da sie sich eine ärztliche Behandlung oder Medikamente nicht leisten können.
Operationen sind für die Menschen ohnehin nicht bezahlbar. Außerdem fehlt es an Fachärzten in vielen Bereichen. Eine Augen-OP mit einer entsprechenden Nachsorge ist im Niger nicht machbar.

Sogar in Deutschland gibt es nur wenige Augenärzte, welche sich auf Hornhauttransplantationen spezialisiert haben. Bisher haben wir drei Kliniken in Norddeutschland gefunden, welche eine derartige OP überhaupt durchführen können.